{"id":6778,"date":"2024-07-03T09:42:59","date_gmt":"2024-07-03T07:42:59","guid":{"rendered":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/?post_type=magazin&#038;p=6778"},"modified":"2024-07-04T10:08:41","modified_gmt":"2024-07-04T08:08:41","slug":"interview-mit-christian-weiss","status":"publish","type":"magazin","link":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/magazin\/interview-mit-christian-weiss\/","title":{"rendered":"Interview mit Christian Weiss"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column]<div class=\"section__text section__text--lead section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><h1>Interview mit Christian Weiss<\/h1>\n<p>S\u00e4mtliche Neupr\u00e4gungen eines Jahres schenkt die Swissmint zur Vervollst\u00e4ndigung des M\u00fcnzkabinetts dem Schweizerischen Nationalmuseum. Wir stellen Ihnen Christian Weiss, den Kurator Numismatik &amp; Siegel am Landesmuseum, vor.<\/p>\n<\/div><div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><p><strong>Wie sind Sie zur Numismatik und zum Landesmuseum gekommen?<\/strong><br \/>\nNachdem ich im Studium von Biologie auf Geschichte und Arch\u00e4ologie gewechselt habe, wollte ich als Student unbedingt an der Lehrgrabung der Universit\u00e4t Z\u00fcrich auf dem Monte Iato bei Palermo teilnehmen. Bedingung meines damaligen Professors: Numismatik lernen und den freiwerdenden Posten des Fundnumismatikers \u00fcbernehmen. Diese Bedingung ist sicherlich der Ausgangspunkt meiner Faszination f\u00fcr die Numismatik. Auf dem Monte Iato stellte ich fest, wie spannend Numismatik ist, und besuchte nach meiner R\u00fcckkehr alle Lehrveranstaltungen, die auf Numismatik ausgerichtet waren, und arbeitete zudem w\u00e4hrend meines Studiums im M\u00fcnzkabinett Winterthur.<\/p>\n<p>Nach meinem Studium nahm ich meine Dissertation in Angriff und arbeitete in mehreren Museen, wie z.B. dem Historischen und V\u00f6lkerkundemuseum St. Gallen oder dem Historischen Museum Basel. Ich trat der Schweizerischen Numismatischen Gesellschaft sowie der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Fundm\u00fcnzen bei. Nach meiner Arbeit am Historischen Museum Basel folgte Ende 2011 eine Festanstellung als Fundnumismatiker beim Inventar der Fundm\u00fcnzen der Schweiz (IFS), bei der Kantonsarch\u00e4ologie Solothurn und beim Arch\u00e4ologischen Dienst Bern. Nebenher unterrichte ich bis heute an der Universit\u00e4t Bern und bei Bedarf auch an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>2016 verteidigte ich meine Dissertation zu den mittelalterlichen Fundm\u00fcnzen und Gewichten vom Monte Iato und bewarb mich f\u00fcr die Nachfolge meiner Vorg\u00e4ngerin Hortensia von Roten als Kurator des M\u00fcnzkabinetts am Schweizerischen Nationalmuseum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Schweizerische Nationalmuseum hat eine der gr\u00f6ssten M\u00fcnzsammlungen der Schweiz. Was ist die Aufgabe der Numismatik hier im Nationalmuseum?<br \/>\n<\/strong>Ich wage sogar zu behaupten, dass es sich bei dieser M\u00fcnzsammlung um die gr\u00f6sste Sammlung der Schweiz handelt. Unsere Aufgabe ist es, die Kulturgeschichte der Schweiz in Form von Objekten m\u00f6glichst gut zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Wir dokumentieren die gesamte schweizerische M\u00fcnzpr\u00e4gung von den Kelten bis in die Moderne, wir sammeln gem\u00e4ss unserem Sammlungskonzept Objekte, die einen direkten Bezug zur Schweiz haben, wir rekonstruieren anhand von M\u00fcnzen \u2013 aber nat\u00fcrlich auch anderen Objekten \u2013 Geschichte, und wir bilden Studierende im Fachgebiet der wissenschaftlichen Numismatik aus. Ausserdem entwickeln wir Ausstellungen und wirken bei der Konzeption anderer Ausstellungen unterst\u00fctzend mit.<\/p>\n<\/div><div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><h3>\u00abIch wage sogar zu behaupten, dass es sich bei der M\u00fcnzsammlung im Landesmuseum um die gr\u00f6sste Sammlung der Schweiz handelt.\u00bb<\/h3>\n<\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column]<div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><p><strong>Wissenschaftliche Numismatik? Wie definieren Sie diesen Begriff?<br \/>\n<\/strong> Umgangssprachlich wird auch das Sammeln und Handeln von M\u00fcnzen als Numismatik bezeichnet. Ich spreche daher gerne von wissenschaftlicher Numismatik, um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden. Wir versuchen ausgehend von den uns zur Verf\u00fcgung stehenden M\u00fcnzen m\u00f6glichst viel Wissen zu erarbeiten und zu erschliessen. Dabei kann es sich um einzelne Aspekte wie die Geldgeschichte, die Wirtschaftsgeschichte oder die \u00f6ffentliche Geschichte handeln. Wir untersuchen dabei, was Geld f\u00fcr den Menschen, f\u00fcr die Herrschenden und die Gesellschaft bedeutete. Wenn wir wissen, welches Geld wo gegolten hat, k\u00f6nnen wir Fragen \u00fcber die Handelsbeziehungen, \u00fcber das Miteinander und die damaligen Strukturen beantworten.<\/p>\n<p>Diese Fragen sind f\u00fcr mich spannender als das M\u00fcnzensammeln an sich. Und doch ist das M\u00fcnzensammeln eng mit der wissenschaftlichen Numismatik verbunden. Wir ben\u00f6tigen gen\u00fcgend Objekte, die wir zur Dokumentation heranziehen k\u00f6nnen. M\u00fcnzensammeln ist sozusagen Grundvoraussetzung f\u00fcr die wissenschaftliche Numismatik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was macht ein Kurator der Numismatik?<\/strong><br \/>\nAm Landesmuseum bin ich beauftragt, die Sammlung Numismatik &amp; Siegel zu kuratieren, zu definieren, was wir erg\u00e4nzen wollen und was es noch zu erforschen gibt. Die Idee ist, dass wir die Informationen, welche die Sammlungsobjekte zur Geschichte beitragen k\u00f6nnen, aufbereiten und vermitteln. Zu meinen Aufgaben geh\u00f6rt auch die Digitalisierung unserer Sammlung. Ausserdem organisiere ich Ausstellungen und unterst\u00fctze andere Fachbereiche mit numismatischen Objekten, die helfen k\u00f6nnen, das Thema einer Ausstellung zu vermitteln. Sehr spannend ist der Austausch sowohl mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch mit der breiten Bev\u00f6lkerung. F\u00fcr beide sind wir Ansprechpartner zu Fragen \u00fcber M\u00fcnzen und Geldgeschichte. Ich unterst\u00fctze die Bibliothek des Schweizerischen Nationalmuseums bei Neuanschaffungen mit dem Ziel, dass die wohl beste numismatische Bibliothek in der Schweiz auch in Zukunft relevant ist. Zudem berate ich Museen, die zwar einen numismatischen Bestand, aber keine hauseigene numismatische Abteilung haben, und stehe Zoll- oder Strafver\u00adfolgungsbeh\u00f6rden f\u00fcr Expertisen zur Verf\u00fcgung.\u00a0F\u00fcr Sch\u00e4tzungen m\u00fcssen wir aber auf den M\u00fcnzhandel verweisen, solche nimmt das Schweizerische Nationalmuseum grunds\u00e4tzlich nicht vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00abPers\u00f6nlich halte ich M\u00fcnzen f\u00fcr interessant, die erst durch ihre Geschichte spannend werden.\u00bb<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie wichtig sind numismatische Exponate?<\/strong><br \/>\nNumismatische Objekte sind in der Regel Teil einer Gesamtausstellung. Sie kommen zum Einsatz, wenn sie dem Thema helfen. Lassen Sie mich die Rolle numismatischer Exponate anhand zweier Beispiele aufzeigen:<\/p>\n<p>\u2013 In der Dauerausstellung \u00fcber die Schweizer Geschichte haben wir 1-Franken-St\u00fccke aneinander aufgereiht, eines pro Pr\u00e4gejahr. Dieses Exponat steht f\u00fcr die Geschichte der Schweiz und dieser M\u00fcnze. Der Franken ist weltweit die l\u00e4ngste Fortsetzungsgeschichte einer modernen M\u00fcnzpr\u00e4gung. Seit der Erstpr\u00e4gung wurden lediglich kleinste Anpassungen durchgef\u00fchrt, sonst blieb die M\u00fcnze unver\u00e4ndert. Und nat\u00fcrlich ist diese M\u00fcnze Symbol der Schweiz und unterstreicht den Nimbus des starken Schweizer Frankens.<\/p>\n<p>\u2013 In der Ausstellung \u00abLa Suisse. C\u2019est quoi?\u00bb, die 2022 als Dauerausstellung im Ch\u00e2teau de Prangins er\u00f6ffnet worden ist, haben wir die von der Swissmint gepr\u00e4gte Sonderm\u00fcnze \u00ab50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht\u00bb kurz nach der Pr\u00e4gung in die Ausstellung aufgenommen. Mit dieser Sonderm\u00fcnze konnten wir den Besuchern das Thema Frauenstimmrecht in einer anderen Materialit\u00e4t aufzeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von der Swissmint erhalten Sie laufend neue M\u00fcnzen. Welche anderen Quellen haben Sie, um Ihre Sammlung zu erg\u00e4nzen?<\/strong><br \/>\nNeben den M\u00fcnzen der Swissmint erhalten wir Schenkungen und erwerben gelegentlich Objekte, die uns zum Kauf angeboten werden. Sowohl bei den Schenkungen als auch bei den Zuk\u00e4ufen pr\u00fcfen wir die angebotenen Objekte sehr genau. Bei den Schenkungen pr\u00fcfen wir, ob die Objekte in unser Sammlungskonzept passen oder ob wir diese schon besitzen. Unser Ziel ist es nicht, so viel wie m\u00f6glich zu horten. Wenn uns eine Schenkung nicht hilft, Schweizer Kulturgeschichte in allen Facetten m\u00f6glichst gut darzulegen, macht sie weder aus unserer noch aus der Sicht der Schenkenden Sinn. Bei m\u00f6glichen Zuk\u00e4ufen haben wir eine grosse Sorgfaltspflicht. Wir pr\u00fcfen nicht nur, ob die Objekte in unsere Sammlung passen, wir pr\u00fcfen auch, ob der Preis angemessen und ob die Provenienz sicher ist.<\/p>\n<\/div>[vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/2&#8243;]<div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><p><strong>Sind Sie Sammler?<br \/>\n<\/strong>Nein, ich bin kein Sammler. Als Kind habe ich ganz kurz Schweppes-Dosen gesammelt, wahrscheinlich mehr, um meinem Bruder nachzueifern, der damals Cola-Dosen sammelte. Sammeln, um zu sammeln sagt mir pers\u00f6nlich nichts. Mir geht es darum, wie kann ich mehr \u00fcber etwas erfahren, was sagt das aus. Dazu muss ich lediglich den Zugang zu den Objekten haben, sie aber nicht pers\u00f6nlich besitzen. Aber nur, weil ich privat kein Sammler bin, heisst das nicht, dass mich das Sammeln nicht fasziniert: Wir haben in den Best\u00e4nden des Schweizerischen Nationalmuseums auch Sammlungen, welche von Privatpersonen \u00fcber den Verlauf ihres Lebens angesammelt worden sind, bevor sie dem Museum geschenkt worden sind. Die M\u00fcnzen aus diesen Sammlungen verraten nicht nur viel \u00fcber ihre eigene Geschichte \u2013 man kann aus der Sammlung auch viel \u00fcber die damit verbundenen Gedanken des Sammlers oder der Sammlerin erfahren.<\/p>\n<\/div>[\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/2&#8243;]<div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><p><strong>Welche Schweizer M\u00fcnzen gefallen Ihnen am besten?<\/strong><br \/>\nPers\u00f6nlich halte ich M\u00fcnzen f\u00fcr interessant, die erst durch ihre Geschichte spannend werden. Es kann sich dabei um Ausnahmeerscheinungen in der M\u00fcnzpr\u00e4gung handeln oder um M\u00fcnzen, die wichtige Informationen zur Geschichte vermitteln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u2013 Ausnahmeerscheinungen in der M\u00fcnzpr\u00e4gung sind M\u00fcnzen aufgrund von technischen Innovationen oder politischen Ereignissen, aber auch weil sie vielleicht mit anderen Materialien oder Produktionsverfahren gepr\u00e4gt worden sind. Meist ben\u00f6tigen die Spezialisten etwas Zeit, bis die gewohnte Qualit\u00e4t erzeugt werden kann. Diese in diesen \u00dcbergangsstadien entstandenen M\u00fcnzen finde ich sehr spannend.<\/p>\n<p>\u2013 M\u00fcnzen, die wichtige Informationen zur Geschichte vermitteln k\u00f6nnen, sind M\u00fcnzen, die auf den ersten Blick oft unscheinbar, teilweise auch wenig attraktiv erscheinen. Mit dem Wissen, welches diese M\u00fcnzen uns zur Geschichte vermitteln k\u00f6nnen. wird eine solche M\u00fcnze hingegen faszinierend, teilweise auch einzigartig.<\/p>\n<\/div>[\/vc_column_inner][\/vc_row_inner]<div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><h3>Drei M\u00fcnzen, bei denen das Wissen um die Geschichte den Ausschlag gibt<\/h3>\n<\/div><div class=\"section__image section__image--center intro-animation intro-animation--bottom\"><div class=\"picture_container\"><picture><source media=\"(min-width: 768px)\" srcset=\"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/wp-content\/uploads\/swissmint-wissenswertes-interview-weiss-muenzen.jpg\"><source media=\"(max-width: 767.98px)\" srcset=\"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/wp-content\/uploads\/swissmint-wissenswertes-interview-weiss-muenzen-768x240.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/wp-content\/uploads\/swissmint-wissenswertes-interview-weiss-muenzen.jpg\" alt=\"Drei M\u00fcnzen, bei denen das Wissen um die Geschichte den Ausschlag gibt\" width=\"1280\" height=\"400\" \/><\/picture><\/div><\/div>[vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/2&#8243;]<div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><p><strong>Inv. M-6678 <\/strong><br \/>\n<strong>Merowingerreich, Theuderich II. <\/strong><strong>(596\u2013613), Tremissis o. J. <\/strong><strong>(um 600)<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00fcnzst\u00e4tte:<\/strong> Vindonissa (Windisch)<br \/>\n<span style=\"font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\"><strong>Vorderseite:<\/strong> VINDONISSE FITVR; B\u00fcste mit Diadem nach rechts<br \/>\n<\/span><strong>R\u00fcckseite:<\/strong> TVTA MONE[TA]R[I]VS; Kreuz auf Dreieck, darunter Kugel<br \/>\n<strong style=\"font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\">Sonstiges:<\/strong><span style=\"font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\"> \u00d8 11,0\u2009mm. 1,22\u2009g. 330\u00b0. <\/span>Gold, gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Dieser Tremissis weist nach, dass in Vindonissa auch um 600 n. Chr. noch ein regionales Zentrum mit einer eigenen M\u00fcnzpr\u00e4gung existierte. Es ist ein wichtiger Mosaikstein in der nur l\u00fcckenhaft \u00fcberlieferten Geschichte der fr\u00fchmittelalterlichen Herrschafts\u00adverwaltung auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Inv. M-13456<\/strong><br \/>\n<strong>Schwyz, Land. Einseitiger Angster o. J. (1506\u20131529)<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00fcnzst\u00e4tte:<\/strong> Bellinzona?<br \/>\n<strong>Vorderseite:<\/strong> S\u2009=\u2009V; B\u00fcste des heiligen Martin von vorn<br \/>\n<strong>Sonstiges:<\/strong> \u00d8 14,0\u2009mm. 0,28\u2009g. Billon, gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Schwyz hat lange \u00fcber keine eigene M\u00fcnzpr\u00e4gung verf\u00fcgt. In der gemeinsamen Herrschaft Bellinzona kam Schwyz zusammen mit Uri und Nidwalden zu ersten M\u00fcnzen, vorerst noch in Gemeinschaft gepr\u00e4gt. Nach Widerstand seitens der Tagsatzung vom M\u00e4rz 1506 gegen die neuen M\u00fcnzen stieg Schwyz aus der Gemeinschaftspr\u00e4gung aus und pr\u00e4gte in eigenem Namen. Der einseitig gepr\u00e4gte Angster, an dem gegen\u00fcber den bislang gemeinsam gepr\u00e4gten Angstern lediglich das S\u2009=\u2009M f\u00fcr Sankt-Martin zu S\u2009=\u2009V f\u00fcr Svit(ensis) (=\u2009Schwyz(er)) abge\u00e4ndert worden ist, ist sicherlich f\u00fcr den M\u00fcnzumlauf n\u00f6rdlich der Alpen bestimmt gewesen. Da aber Schwyz dort \u00fcber keine eigene M\u00fcnzst\u00e4tte verf\u00fcgte, sind diese ersten M\u00fcnzen des Landes Schwyz wohl auch noch in Bellinzona gepr\u00e4gt worden.<\/p>\n<\/div>[\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;1\/2&#8243;]<div class=\"section__text section__text--center intro-animation intro-animation--bottom\"><p><strong>Inv. M-4233 <\/strong><br \/>\n<strong>Herzogtum Schwaben, Hoftagspr\u00e4gung, Kaiser Konrad II. (1027\u20131039), Denar o. J. (1030\u20131034)<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00fcnzst\u00e4tte:<\/strong> Z\u00fcrich<br \/>\n<strong>Vorderseite:<\/strong> +\u2009CHVNRADVS IMPER; Salierkrone<br \/>\n<strong style=\"font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\">R\u00fcckseite:<\/strong><span style=\"font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\"> +\u2009TVREGVM; <\/span><span style=\"font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\">Z\u00fcrcher Pfalzgeb\u00e4ude in S\u00fcdansicht<br \/>\n<\/span><strong>Sonstiges:<\/strong> \u00d8 19,9\u2009mm. 0,63\u2009g. 315\u00b0. Silber, gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der Denar Kaiser Konrads II. zeigt auf der R\u00fcckseite ein weltliches Geb\u00e4ude, das vermutlich mit dem j\u00fcngeren Pfalzgeb\u00e4ude auf dem Lindenhof in Z\u00fcrich gleichzusetzen ist. Der Denar mit Krone und repr\u00e4sentativem Geb\u00e4ude ist der Inbegriff einer Zurschaustellung von Macht durch den Kaiser, an einem Ort, der vormals unter Herzog Ernst II. gegen das Reich rebelliert hatte.<\/p>\n<\/div>[\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/div>","protected":false},"template":"","class_list":["post-6778","magazin","type-magazin","status-publish","hentry","thema-wissenswertes"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazin\/6778","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazin"}],"about":[{"href":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/magazin"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazin\/6778\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7261,"href":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazin\/6778\/revisions\/7261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/web-dev.sondermuenze.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}